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ISO 20022-Migration: Was jedes Treasury-Team über die nächsten Schritte wissen muss

Im vergangenen November hat die Finanzdienstleistungsbranche erfolgreich eine der bedeutendsten regulatorischen Umstellungen der letzten Jahrzehnte abgeschlossen. Finanzinstitute weltweit sind von den veralteten MT-Nachrichtenformaten auf XML-basierte MX-Nachrichten für Interbankenzahlungen migriert und haben damit eine neue Ära der Zahlungsmodernisierung durch ISO 20022 eingeleitet.

Bei Kyriba sind wir stolz darauf, maßgeblich zu dieser Transformation beigetragen zu haben. Unsere Plattform hat 15 Finanzinstitute während ihrer vollständigen Migration begleitet - mit über 2.000 Zahlungsszenarien - ohne jegliche Unterbrechung der Zahlungsströme. Vom 21. bis 24. November sind unsere Kunden nahtlos von den Formaten MT 103/202 auf PACS 008/009-Nachrichten über SWIFTs neues FIN+-Protokoll umgestiegen und haben damit bewiesen, dass komplexe, geschäftskritische Migrationen mit dem richtigen Partner und entsprechender Vorbereitung fehlerfrei durchgeführt werden können.

Was wir gemeinsam erreicht haben

Der Meilenstein im November 2025 erforderte eine beispiellose Koordination und Zusammenarbeit. Unser Team führte Deployments über alle Plattformen hinweg durch, um die Compliance mit dem SWIFT 2025 Standard Release sicherzustellen. Das Ergebnis? Keine einzige verspätete Zahlung.

Heute unterstützt Kyriba vollständig:

  • FIN+- und Interact-Protokolle für SWIFT-Messaging

  • Die neuesten Versionen von PACS-Nachrichten (Payments Clearing and Settlement) und PAIN-Nachrichten (Payments Initiation)

  • SWIFT CBPR+ (Cross-Border Payments and Reporting) und SCORE+ (Standardised Corporate Environment) Richtlinien, die es Kunden ermöglichen, den vollen Funktionsumfang der ISO 20022 XML-Formate zu nutzen

  • SWIFT Tracker-Integration für End-to-End-Zahlungstransparenz und -Nachverfolgung

Warum November 2026 für Corporate Treasury entscheidend ist

Im Gegensatz zur relativ stabilen MT-Messaging-Welt, die wir seit Jahrzehnten kennen, wird sich das neue XML-Ökosystem kontinuierlich weiterentwickeln. SWIFT plant nun jährliche Standard Releases im November, die neue Anforderungen, erweiterte Funktionen und Compliance-Vorgaben mit sich bringen.

November 2026 stellt somit den nächsten kritischen Meilenstein dar, und die Auswirkungen reichen weit über Finanzinstitute hinaus - sie betreffen jede Treasury-Abteilung in Unternehmen. So werden beispielsweise der European Payments Council (EPC) für SEPA-Überweisungen und SWIFT für grenzüberschreitende Zahlungen keine unstrukturierten Adressen mehr akzeptieren. Im Einzelnen:

  • Hybride und strukturierte Adressen werden verpflichtend: Mindestens das Element Stadt muss enthalten sein.

  • Postanschriftenanforderungen werden erweitert: Vollständige Adressangaben werden für die ordnungsgemäße Zahlungsabwicklung erforderlich sein.

  • Auslaufen alter Formate beschleunigt sich: Japan und die Schweiz haben die alten Formate bereits ausgemustert; Deutschland folgt als nächstes (Deutsche Bank hat angekündigt, die DTAZV-Unterstützung nach 2026 einzustellen).

  • Regionale Vorgaben verschärfen sich: Niederländische Banken schreiben beispielsweise die Migration zur Unterstützung strukturierter Adressen für internationale Zahlungen bis November 2026 vor, maßgeblich getrieben durch die SWIFT CBPR+-Standards.

Während Finanzinstitute ihre Infrastruktur auf natives XML umgestellt haben, können die Vorteile von ISO 20022 nur dann vollständig realisiert werden, wenn die gesamte Zahlungsverarbeitungskette teilnimmt. Banken werden nicht im Namen ihrer Kunden Empfängeradressen, Zahlungszwecke oder Unterzeichnerinformationen hinzufügen - diese angereicherten Daten müssen aus den Zahlungssystemen der Unternehmen stammen.

Drei Prioritäten für Corporate Treasurer im Jahr 2026

1. Datenbereitschaft

Jetzt ist der Zeitpunkt, Ihre Zahlungsdatenbanken zu prüfen:

  • Stellen Sie sicher, dass Empfängeradressen vollständige, strukturierte Informationen enthalten (Straße, Stadt, Postleitzahl, Bundesland/Kanton, Land).

  • Validieren Sie, dass Ihre ERP-Systeme Zahlungszweckcodes erfassen und übermitteln können.

  • Bereiten Sie die Einbeziehung von Unterzeichnerinformationen für die Geldwäsche-Compliance vor.

2. Die Chance erkennen

Die ISO 20022-Migration ist nicht nur eine Frage der regulatorischen Compliance - sie bietet die Chance, Ihre Zahlungsabläufe grundlegend zu verbessern:

  • Optimierter Abgleich: Versenden Sie vollständige Rechnungsdetails innerhalb von Zahlungsnachrichten und ermöglichen Sie automatisches Matching, wenn Verwendungszweck-Informationen durchgängig übermittelt werden.

  • Umfangreichere Kontoauszüge: Erhalten Sie XML-formatierte Auszüge mit Details auf Rechnungsebene statt einfacher einzeiliger Transaktionszusammenfassungen.

  • Echte Zahlungstransparenz: Verfolgen Sie internationale Zahlungen durch das gesamte Ökosystem, verstehen Sie Gebührenabzüge und beseitigen Sie endlich die „Black Box" der Zahlungsverarbeitung.

  • Optimierte Workflows: Reduzieren Sie manuelle Eingriffe und beschleunigen Sie die Bearbeitung von Ausnahmen.

3. Budgetieren und planen

Mit dem nahenden November 2026 sollten Treasury-Teams:

  • Budget für Systemupdates und Datenbereinigung einplanen.

  • Aktuelle Zahlungsformate bewerten und Migrationsprioritäten festlegen.

  • Mit Bankpartnern zusammenarbeiten, um deren spezifische XML-Anforderungen zu verstehen.

  • Prüfen, ob die fortgesetzte Nutzung veralteter Formate (MT 101, AFB 320) zusätzliche Bankgebühren nach sich ziehen könnte.

Kyribas Engagement

Seit 2008 verwaltet Kyriba ISO 20022-Zahlungen für unsere Kunden. Heute werden 92 % der von Kyriba verarbeiteten Zahlungen im ISO 20022-Format versendet. Unsere nachgewiesene Erfolgsbilanz bei der Migration von Finanzinstituten demonstriert unsere Fähigkeit, unsere Unternehmenskunden durch diese Umstellung zu begleiten. Wir sind nicht nur ein Technologieanbieter - wir sind Ihr vertrauenswürdiger Partner bei der Navigation durch die sich wandelnde globale Zahlungslandschaft.

Mit Blick nach vorn tritt die Zahlungsbranche in eine Phase beschleunigter Innovation ein. Neue Zahlungsarten, neue Payment Rails, sich weiterentwickelnde regulatorische Anforderungen und das fortgesetzte Auslaufen veralteter Formate bedeuten, dass Stillstand keine Option ist. Die Frage ist nicht, ob migriert werden soll - sondern wie schnell Sie sich vorbereiten können, um die Möglichkeiten von ISO 20022 vollständig zu nutzen. Lassen Sie uns zusammenarbeiten.

Written By

Guillaume Metman

Guillaume Metman

VP Product Management - Payments & Bank Connectivity

Guillaume Metman ist VP Product Management für Payments & Bank Connectivity bei Kyriba und steuert die Produktstrategie in den Bereichen Zahlungsabwicklung, Bankkonnektivität und Betrugsprävention. Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in Softwareentwicklung, Product Management und IT‑Operations bringt Guillaume tiefgehende Expertise in Payments, Agile‑Transformation und der Bereitstellung von Enterprise‑Lösungen mit. Als anerkannter Payment‑Experte und Vordenker zu Themen wie ISO‑20022‑Migration und grenzüberschreitendem Transaction Banking fokussiert er sich auf den Aufbau skalierbarer, sicherer Zahlungsinfrastrukturen, die den sich wandelnden Anforderungen globaler Treasury‑ und Finance‑Teams gerecht werden.

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